Elmar Peintner kafka:stripes

Ausstellung

30.06. - 12.10.2023, Prag 1, ÖKF, Jungmannovo náměstí 18

© Elmar Peintner

Seit Jahren spielt die Beschäftigung mit den verschiedenen Wirklichkeiten auch im Werk von Elmar Peintner eine dominante Rolle.  In seiner neuen Werkgruppe „STRIPES“, welche an Filmstreifen erinnern und in Schärfen und Unschärfen Groteskes, Geheimnisvolles, Geträumtes und Albtraumhaftes Wirklichkeit werden lassen, erkennt man eine große Verbundenheit zu den Erzählungen von Franz Kafka. Dessen Texte sind vom filmischen Sehen bestimmt; sie übertragen die Möglichkeiten des neuen Mediums zunächst nur auf Kurzsequenzen. Kafka erzählt mit Hilfe des kinematographischen Verfahrens keine geschlossenen Geschichten, sondern bietet experimentelle Sequenzen, in denen Bewegungsbilder, Lichteffekte und Momentaufnahmen die Vielfalt der erzählerischen Darstellung erweitern und ergänzen.

Undurchschaubare Beziehungen, Verwicklungen und unklare Strukturen der Personen oder Orte werden von Peintner wie im Film aneinandergereiht.  In vielen von Kafkas und Peintners Arbeiten pulsiert Rätselhaftes, Bizarres, Befremdendes. Das Ineinander von Biographischem und Imaginiertem, das Thema des Fremd-, Bedroht- des Ausgeliefert-Seins, das Labyrinthische innen und außen finden sich hier wie dort. Wie bei Kafka finden wir in den kafka:stripes von Peintner eine lineare Erzählführung und eine schnörkellose Zeichen – und Formensprache. Das Enigmatische, das Verrätselte provoziert nah und fern zum Bilde bei den Betrachtenden Wahrnehmungs- und Imaginationsprozesse.

Franz Kafka war nicht nur einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts, er war auch ein begnadeter Zeichner, welcher sehr verschlüsselte, schwer entzifferbare Tuschezeichnungen angefertigt hat. Er selbst schreibt an Felice Bauer: „Du, ich war mal ein großer Zeichner…“. „Jene Zeichnungen haben mich in seiner Zeit, es ist schon Jahre her, mehr befriedigt als irgendetwas“.

Elmar Peintner (* 1954 in Zams/Tirol), 1974 – 1979 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in der Meisterschule von Prof. Maximilian Melcher, Wien (A). 1979 Diplom. Gaststudent bei Prof. Tetsuya Noda an der Tokyo National University of Fine Arts and Music (GEIDAI), Faculty of Fine Arts, Tokyo (J). Lebt und arbeitet in Imst (A).

Auszeichnungen:  1977 Goldener Fügerpreis, Wien. 1979 Uitgeverij Danthe Preis, Belgien. 1980 Preis des Polnischen Nationalmuseums bei der 8. Internationalen Grafikbiennale in Krakau, Polen.  1982 1. Preis - Kunstpreis der Stadt Innsbruck, Innsbruck, Austria.  1984 1. Preis bei der II. Europäischen Triennale für Grafik, Grado, Italien.  1992 Hauptpreis (Preis der IWA – Stiftung) bei der Grafikbiennale Ostrava – Havirov, Tschechien. 1992 und 1993 Preisträger bei den internationalen Grafikausstellungen im Napa Art Center, Napa, California, USA.  1995 Goldmedaille bei der 2. Internationalen Grafikausstellung in Stockholm, Schweden. 2002 1. Preis bei der IV. SACHA 2002, Chavantes, Sao Paulo, Brasilien. 2004 1. Preis bei der 3. Biennale „Lilla Europa 2004“, Hallsberg und Örebro, Schweden. 2006 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. 2008 Preis bei der Internationalen Graphikausstellung Yunnan 2008, Kunming, China. 2009 Preis der II. Internationalen Graphikbiennale Guanlan 2009, Shenzhen, China.  2013 Ehrenzeichen des Landes Tirol. 2016 Ehrenzeichen der Stadt Landeck für Kunst und Kultur. 2017 1. Preis bei „International Painting and Mixed Media Competition“,Sofia, Bulgarien.

Eintritt frei

Mo–Fr, 10–17 Uhr, außer an österreichischen und tschechischen Feiertagen

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