Inge Morath: Portraits

20.09.2019 - 23.01.2020, Prag 1, ÖKF, Jungmannovo náměstí 18

(c) Inge Morath

Das Portrait, ein Schwerpunkt der fotografischen Arbeit von Inge Morath, steht für Bilder, die Geschichte(n) schrieben, Bilder, die von persönlicher Beziehung zu den Porträtierten zeugen und von der Kunst, niemandem einen Stempel aufzudrücken, sondern die Menschen so zu belassen, wie sie vor der Kamera erscheinen möchten, Bilder aus fünfzig Jahren eines Fotografinnenlebens.

Die Ausstellung Portraits enthält eine exklusive Auswahl von Schwarzweiß-Fotos vieler namhafter Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft aus Europa und Amerika, die Inge Morath als Fotografin für die Agentur Magnum aufgenommen hat. Marilyn Monroe fotografierte sie in den Drehpausen zu "The Misfits – Nicht gesellschaftsfähig"; Alexander Calder fotografierte sie wie einen befreundeten Handwerker auf einer Farm neben ihrem Haus und die Milliardenerbin Gloria Vanderbilt zeigt sich ihrer Kamera in einem distanzierten Moment hinter einem Vorhang; der bildende Künstler Ivan Kafka befindet sich in einem angeregten Gespräch mit der Fotografin und der österreichische Schriftsteller Hans Carl Artmann verfolgt ihre Arbeit entspannt bei einer Tasse Kaffee. Inge Morath geht es dabei aber nicht um das Einfangen flüchtiger Momente und unbeabsichtigter Situationen, sie tritt vielmehr in Beziehung zu den Porträtierten, lässt sie bewusst vor die Kamera treten, ermuntert sie, trotz aller Inszenierung, zu sein, wie sie sind.

Die Ausstellung wird um die Fotografien von Kurt Kaindl aus Inge Moraths Atelier auf dem Land in der Nähe von New York bereichert, in welches sie 1962 mit ihrem Ehemann Arthur Miller zog. Ihr Anwesen war eine ehemalige Farm außerhalb des kleinen Dorfes Roxbury in Connecticut, die für die Bedürfnisse des Künstlerpaares umgebaut wurde, aber immer noch die ursprüngliche Bestimmung als landwirtschaftlicher Betrieb durchscheinen ließ. Neben dem großen Wohnhaus gab es eine ehemalige Scheune, die als Gästewohnung, Malstudio, Lager und Dunkelkammer diente. In ein direkt daneben stehendes ehemaliges Silo aus Holz wurden große Fenster eingesetzt und auf zwei Etagen Arbeitsräume für Inge Morath eingerichtet. Von 1990 bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 besuchte Kurt Kaindl Inge Morath mindestens einmal im Jahr und hielt somit die Atmosphäre dieses Arbeitsprozesses fotografisch fest. Diese Aufnahmen wurden zur Dokumentation der privaten Umgebung von Inge Morath.

Die Fotografin Inge Morath (1923–2002) begann ihre Karriere als Textjournalistin in Wien, von wo sie 1949 zusammen mit dem Fotografen Ernst Haas nach Paris ging, um mit der Fotoagentur Magnum zusammenzuarbeiten. In 1991 wurde ihr der erstmals vergebene Österreichische Staatspreis für Fotografie verliehen. Zu ihren großen Fotoprojekten zählen z. B. die Bildbände Salzburg – An Artist’s View (Salzburg 1991), Donau (Salzburg 1995), Portraits (Salzburg 1999) sowie die Monografie Inge Morath. Fotografien 1952 – 1992 und Durch Österreich (Salzburg 2005) erschienen in der Edition Fotohof.

Kurt Kaindl (1954) ist Fotograf, freier Medienwissenschaftler und Mitbegründer der Galerie Fotohof in Salzburg. Seine fotokünstlerischen Bildbände umfassen u.a.: Die unbekannten Europäer (Salzburg 2002 & 2008), Reisen im Niemandsland (Salzburg 2009).

 

19. 9., 19 h  Vernissage

bis 23. 1. 2020, Mo–Fr 10–17 h

außer an österreichischen und tschechischen Feiertagen

vom 23. 12. 2019 bis zum 6. 1. 2020 ist die ÖKF-Galerie geschlossen

 

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